17 November 2007

frühes Weihnachtsgeschenk

Der Weihnachtsmann war für mich dieses Jahr schon recht früh dran. Wie man auf meiner Vita-Seite lesen kann, bin ich seit einiger Zeit an einem malignen Hirntumor erkrankt. Hierzu war ich nun für zwei Tage zur klinischen Verlaufskontrolle im Bezirksklinikum Regensburg. Die Diagnose sieht gut aus...

Als bildender Künstler kann man oft schwer entscheiden, wo das Private endet und wo das Öffentliche (Künstlerische) beginnt. Daher stelle ich diesen Post auf meinem Blog zur künstlerischen Entwicklung genau so online, wie ich ihn auf meinen privaten Blog stelle.

Gute Nachrichten, muss man verbreiten!

Wie man auf meiner Vita-Seite lesen kann, bin ich seit einiger Zeit an einem malignen Hirntumor erkrankt. Hierzu war ich nun erstmals seit Beginn meiner Chemotherapie für zwei Tage zur klinischen Verlaufskontrolle im Bezirksklinikum Regensburg. Die Diagnose sieht gut aus. Es konnte kein weiteres Tumor-Wachstum festgestellt werden.

Die Krankheit ist also vorerst gestoppt. Im Januar muss ich mich dann wieder zur nächsten Kontrolle in Regensburg melden. Ich bin nicht nur als Privatmensch, sondern auch als bildender Künstler heilfroh über diese Neuigkeiten! Das heißt, es kann weitergehen mit dem Künstler werden...

12 November 2007

Das Werte Befinden heute

Heute war ich recht müde. Zuerst "durfte" ich das übliche Montags-Procedere mit Blut abnehmen beim Doktor über mich ergehen lassen, dann zum Rathaus zwecks Papierkrieg-Erledigung.

Danach war ich total müde und fertig. Ich habe nichts mehr zu Stande gebracht. Daher bin ich jetzt grade ziemlich frustriert und unzufrieden. Ich habe wenigstens am Kuenstlerwerden-Blog kurz was gemacht.

Am Donnerstag muss ich noch einmal für eine Nacht nach Regensburg ins Krankenhaus, zur klinischen Verlaufskontrolle der Chemotherapie. Dann wird es wieder einmal ein Magnet-Resonanz-Tomogramm geben. Vermutlich kann man da eh noch keine Veränderungen erkennen. Von zwei Chemotherapie-Zyklen kann man (noch) nicht mehr erwarten, als dass der Tumor in meinem Gehirn zumindest mal nicht weiter wächst. Von daher erwarte ich von der ersten Verlaufskontrolle keine großen Neuigkeiten.

08 November 2007

Arbeiten, so gut es geht...

Gestern war ich trotz Chemotherapie voller Energie. Ich war sehr fleissig. Ich habe 6 Leinwände grundiert, an meiner Website gearbeitet, Emails beantwortet und habe begonnen, die Keramikwerkstatt zu reaktivieren. Alle Glasuren aufgerührt, staubgesaugt und mit nass wischen begonnen.

Ich musste das dann zwar abbrechen, weil ich mit Mama was einkaufen fahren musste, fühlte mich aber den ganzen Tag richtig gut und energiegeladen.

Das hat sich dann heute leider gleich wieder gerächt. Da habe ich mir gestern wohl dann doch ein wenig zu viel zugemutet für den einen Tag. Heute bin ich nur im Bett rumgehangen. Am Nachmittag habe ich dann geschlafen, weil ich so müde war. Jetzt langsam, geht die "Säufersonne" wieder auf und ich komme wenigstens ein kleines Bisschen in die Gänge.

Ich muss halt wohl doch akzeptieren, dass ich krank bin. Chemotherapie machen ist halt trotz der eventuell momentan gefühlten Energie kein Spass.

Jetzt werde ich trotzdem noch versuchen ein klein wenig zu malen. Ich lebe damit und ich werde damit sterben. Punkt. DAVON sterben werde ich bestimmt nicht, ausser mich erschlägt mal ein riesiges Bild oder ich trinke aus Versehen einen Liter Terpentin ;D

Chemotherapie - die zweite

Ich habe nun mit einiger Verspätung mit dem zweiten Zyklus meiner Chemotherapie begonnen. Diesmal scheint es mit der allergischen Reaktion auf die Zytostatika nicht so schlimm zu werden, da ich vor Beginn des 2. Zyklus die Neuroleptika gewechselt habe.

Trotzdem ging es ziemlich schnell mit der Reaktion auf die Medikamente. Kanppe zwei Stunden hat es gedauert und dann haben meine Beine begonnen zu jucken. Gut, dass das Jucken diesmal nicht so heftig ist, wie beim letzten Mal. Ich hatte schon angst, dass ich die Chemotherapie abbrechen müsste deswegen. Es scheint aber das Neuroleptikum gewesen zu sein, was in dieser Kombination dann die heftigen Reaktionen ausgelöst hat.

06 November 2007

Was sich vor meinem Atelierfenster (noch) so tut



Ok, ich bin spät dran mit dem Post, aber er ist es doch wert, noch rausgeballert zu werden. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Walderdbeeren Ende Oktober und das direkt vor meinem Atelierfenster.



Jetzt ist zwar schon November und die Erdbeersaison ist selbst vorm Atelier vorbei, aber hier der Beweis:

Die Erdbeeren sind zwar etwas blass, aber sie waren gar köstlich. Die Ernteausbeute ist leider nicht mehr allzugroß um diese Zeit.

Sowas bekommt man jedenfalls nicht zu kaufen. Das ist eben Luxusleben, wie nur Künstler es geniessen können.

05 November 2007

Kunstförderung indirekt

Liebe FreundInnen,

ich habe meine Website endlich neu gestaltet und mir bei dieser Gelegenheit gleich eine Gruppe eingerichtet, über die ich mit meinen Fans kommunizieren kann.

Die Webadresse ist nach wie vor www.kuenstlerwerden.de

Dort gibt es jetzt übrigens ein Shopping-Portal, in dem man so ziemlich alles finden kann, was Internetshops zu bieten haben. Das möchte ich Euch wärmstens ans Herz legen...

Künstlerförderung mal anders. Bei jedem Verkauf bekomme ich Provisionen und diverse Anschaffungen werdet Ihr ja eh ab und an haben oder?

Einfach unter dem Punkt Shop auf meiner Website schauen, oder direkt hier auf Shoppingportal klicken und schon gehts los. Das gesuchte Produkt eingeben und man bekommt eine Ergebnisliste mit diversen Produkten angeboten. Dort eines (oder besser mehrere) auswählen und kaufen. Versand und Garantie laufen dann jeweils über die einzelnen Shops. Achtung! Versandkosten beachten! Mehr bestellen lohnt sich meist...

Es gibt in diesem Portal so ziemlich alles, was man über das Internte kaufen kann. Nicht "nur" Kunst und verwandte Produkte.

Liebe Grüße
Gerd

kleiner Hinweis auf das Redesign meiner Website



Für Alle, die es nicht eh schon bemerkt haben, hier ein kleiner Hinweis auf meine NEU DESIGNETE Website.

Eine ständig aktualisierte Fotogalerie dazu gibt es auch noch. Dort sind zum Teil auch private Fotos hinterlegt. Die gibt es aber nur mit Kennwort...

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Wann immer es geht, arbeite ich künstlerisch.

Dass sich etwas tut, kann man am folgenden Bild sehen. Ich habe es nach mehrmaligem (Weiter)malen heute vollendet. Die frische Ölfarbe glänzt noch etwas, aber ich muss es der Welt jetzt noch schnell zeigen...

Vergleiche mit dem Post vom 22.10.2007 im privaten Blog (dieser hier) und im neuen Blog auf der neuen Site gibt es dann verschiedene Versionen zum vergleichen der Entwicklungsschritte

31 Oktober 2007

Meine neue Website ist in Arbeit

Zum wiederholten Mal habe ich nun begonnen, meine Website zu redesignen. Nun, da ich mir iLife08 zugelegt habe, geht die Sache relativ leicht von der Hand. Zusammen mit einem DotMac-Account kann ich relativ schnell und vor allem einfach eine neue Internet-Präsenz erstellen.

Damit kann ich mich endlich vor allem auf eines konzentrieren: die inhaltliche Arbeit.

Schon gut.

Guckst Du hier erstmal.

30 Oktober 2007

Macbook-RAM zu verkaufen

Verkaufe gerade 1 GB RAM-Speicher bei Ebay für ein Intel-Macbook. zwei Riegel á 512 MB macht zusammen 1GB.

siehe hier

23 Oktober 2007

Über 70 Millionen Menschen in Deutschland können kein Bayrisch!

Kein Wunder, dass die Deutschen in den Pisa Studien immer so schlecht abschneiden. Auch wenn es bereits ein alter Hut ist, muss es nochmal gesagt werden: über 70 Millionen Menswchen in Deutschland sprechen kein Bayrisch! Hier ein kleines Video, das nachdem es bereits einige Zeit die Emailpostfächer diverser Ämter und Büros vollgespammt hat, nun bei YouTube zu finden ist:



Schlimm! Aber dagegen kann man etwas tun!

Neues von der Hardcore-Bayern Fraktion

Schauts Euch mal dieses YouTube-Video an. Bewundernswert, wozu die Menschen durch die modenrnen Kommunikationsmedien in LaptopundLederhosenland fähig sind.



Griabig. Wie die Hiesigen sagen würden.

22 Oktober 2007

Glücklich ist, wer vergisst, dass er nicht zu retten ist!


Hier zwei Bilder, aus der Serie "Glücklich ist, wer vergisst, dass er nicht zu retten ist", an der ich zur Zeit male, sofern es die Gesundheit zulässt.

:)

Übrigens: die Bilder sind 60x80 cm groß und mit Acryl gemalt. Ich habe aber noch vor, mit Öl weiter zu malen.

Hinzugefügt am 5.11.2007: vgl. mit dem Post vom 05.November2007

Der Herbst draussen vorm Atelier und warum der buchberg Buchberg heißt...

Tja, es herbstelt. Hand hoch, wer's noch nicht gemerkt hat ;)

Hier einen kleinen Ausblick auf das Waldstückchen direkt neben dem Haus meiner Eltern, in dem sich auch mein Atelier befindet.


19 Oktober 2007

Neue Arbeiten im Atelier


Endlich habe ich es geschafft, mich aufzuraffen, ins Atelier zu gehen und ich muss sagen, ich bin echt froh darüber.
Nachdem ich heute mit meiner Tante beim Walken war und da so einen kleinen epileptischen Anfall hatte (zumindest glaub ich, dass es einer war), hab ich danach eine halbe Frisium Tablette eingeworfen und mich schlafen gelegt.

Danach habe ich bis 21 Uhr gebraucht, um wieder halbwegs in die Gänge zu kommen. Da das aber für die Künstler eh grade erst die richtige Zeit am Tag ist, um mit irgend einer Arbeit zu beginnen, hat das dann eh gepasst.

Hier seht ihr endlich eins von den versprochenen Fotos aus dem Atelier. Darauf zu sehen: viermal ich. Einmal in echt und dreimal als Bild. Die zwei schwarzweissen Bilder habe ich grade eben gemalt. Das sidn eher noch Skizzen als fertige Arbeiten, aber man kann schon einigermassen gut erkennen, wie die fertigen Bilder mal aussehen werden.

Links oben in der Ecke sind zwei Foto-Vorlagen zu shen, die ich für das farbige Ölbild benutze. Die Fotovorlagen stammen bisher immer von mir selbst bzw. sind nach meinen Anweisungen gemacht. In den meisten Fällen zeigen sie mich selbst oder Dinge bzw Szenen, die mir aufgefallen sind. Meinen persönlichen Blick auf die Welt sozusagen.

Das farbige an der Wand ist in Öl gemalt und 80x60 cm groß, so wie die beiden sw-Bilder am Boden auch. Die sind allerdings erst in Acryl gemalt. Sehr dünn und nur mit schwarz. Es soll eine Serie werden Mit dem Arbeitstitel "Glücklich ist, wer vergisst, dass er nicht zu retten ist."

So, und nun werde ich noch ein paar Leinwände vorbereiten.

Die Fotos habe ich diesmal mit der Webcam in meinem Notebook gemacht. das ist zwar keine gscheite Qualität, aber dafür geht es immer problemlos.

Bayerischer Kulturschock

Knappe drei Monate lebe ich nun schon wieder in Bayern und jetzt weiß ich, was ich vermisst habe. Die herzliche Lebensart meiner Mitmenschen, die sich in ihrer so erfrischend direkten Sprache widerspiegelt...

Guckst Du Video:

I scheiß mi o!

18 Oktober 2007

erste (negative) Erfahrungen mit der Chemotherapie

Nun, nachdem ich die ersten negativen Auswirkungen meiner Chemotherapie einigermassen ausgestanden habe, kann ich mich wieder mal dem Bloggen widmen.

Vor ca. zwei Wochen habe ich auf mein Chemotherapeutikum, welches ich glücklicherweise als Tabletten einnehmen kann, eine ausgeprägte Medikamentenallergie entwickelt. Laut der Neurologen im Bezirkskrankenhaus in Regensburg, die mir das Mittel verschrieben haben, ist das eine äußerst untypische und seltene Reaktion. Meine Arme und Beine waren knallrot und haben gejuckt wie die Hölle. Die Beine sind dabei so angeschwollen, dass ich sie kaum noch abbiegen konnte. Fast jeder Schitt tat weh. An irgendeine sinnvolle Beschäftigung ausser im Bett rumliegen oder zum Arzt laufen (gefahren werden) war nicht zu denken.

Die Ärzte haben das Problem dann mit Cortison-Spritzen, Tabletten und einer Salbe angegangen. Es wurde also das gesamte Arsenal aufgefahren, um die allergische Reaktion in den Griff zu bekommen. Mittlerweile sind die Beine deutlich abgeschwollen (ich habe mich mit geschwollenen Beinen gewogen und hatte 99,5 Kilogramm. Zwei Tage später, als die Beine deutlich abgeschollen waren, waren es noch 95 Kilo.) Es war also reichlich Wasser in den Beinen.

Mittlerweile ist auch das Jucken am Körper auf ein erträgliches Maß zurückgegangen und ich habe etwas Kraft, um andere Dinge zu tun.

Gestern habe ich z. B. endlich mal geschafft, mein Atelier halbwegs aufzuräumen und mir einen brauchbaren Arbeitsplatz einzurichten. Es ist zwar noch etwas zu tun, damit sowas wie Ordnung herrscht, aber man kann schon langsam eine (positve) Tendenz dazu erkennen. Immerhin. Ich hatte ja in einem der letzten Posts angekündigt, Fotos von meinem Atelier online zu stellen.

Grade im Moment habe ich aber etwas Schwierigkeiten mit dem herunterkopieren der Fotos auf mein MAC Book. Irgendwie hat er Problome mit der Canon EOS 20d, RAW-Bildern und iPhoto. Dummerweise habe ich auf dem Notbeook keine andere Software, um die Bilder zu kopieren. Ich poste die Bilder einfach später, wenn es geklappt hat. Oder ich versuche einen anderen Rechner...

Allegemeines zu Hirntumoren

Diagnose: Hirntumor.

Was nun? Zuerst ist das mal ein Schock. Für die Betroffenen wohl mehr als für die Angehörigen. Was - meiner Erfahrung nach - ein wenig Abhilfe schafft, ist Information. Was passiert mit mir? Welche Symptome können auftreten? Wie lange habe ich noch zu leben?

Zu allererst - bei Hirntumoren ist weniger die Art des Tumors, als seine Lage im Gehirn für eventuelle Symptome sowie für seine weitere Behandlung ausschlaggebend. Erst in zweiter Linie kommt es darauf an, welcher Art der Tumor ist.

Grundsätzlich stehen bei der Behandlung des Hirntumors drei Behandlungsmethoden zur Verfügung:

1. ein chirurgischer Eingriff
2. eine Chemotherapie
3. Bestrahlung

Das Gehirn besteht aus einer Vielzahl von verschiedenen Zellarten und (fast) jede kann entarten und zu einer Tumorzelle werden.
Nicht jede Zelle spricht nun auf jede Behandlung gleich an. Wo auf jeden Fall die Chemotherapie und die Bestrahlung gleichermassen ansetzen, ist die Hemmung der Zellteilung. Die Tumorzellen werden also nicht direkt abgetötet, sondern nur an ihrer Teilung gehindert und sterben im Laufe der Zeit von selbst ab.

Ein Tumor entsteht erst dadurch, dass einige wenige Zellen, die genetische Defekte aufweisen, sich ungehindert vermehren. Die körpereigene Immunabwehr ist nicht in der Lage, die Zellen als krank zu identifizieren und greift sie nicht oder nur in unzureichendem Maße an. Dadurch entsteht ein Zellgebilde, das Raum fordet - der Tumor. Im Schädel, einem geschlossenen Knochen, ist eine derartige Raumforderung immer problematisch, da das Gehirn nur bedingt ausweichen kann. Wenn nun Teile des Gehirns durch mechanischen Druck belastet werden, kann es zu Fehlfunktionen in diesen Teilen kommen, bis hin zu epileptischen Anfällen. Diese können sich bis zu sog. großen Anfällen ausweiten, bei denen der Betroffene zeitweise ganz das Bewußtsein verliert.

Zudem ist der Schädelinnendruck problematisch. Ein erhöhter Schädelinnendruck ist an sich bereits lebensbedrohlich. Überstiegt der Druck eine gewisse Toleranzgrenze, kann es neben Kopfschmerzen und Erbrechen zu Pulsverlangsamung kommen. Weiter ist eine Bewußtseinstrübung bis zum -verlust möglich.

Hirntumoren werden hinsichlich ihres Verhaltens in vier Kategorien eingeteilt: die sogenannten WHO Grade: I-IV; Grad I+II gutartig und noch gutartig (da sehr langsam wachsend und gut von gesundem Gewebe unterscheidbar); Grad III (bereits bösartig) und IV (sehr bösartig). Die bösartigen Tumoren unterscheiden sich von den gutartigen dadurch, dass sie aggressiver wachsen. Nicht nur, dass sie gesundes Gewebe verdrängen, wachsen sie in bestehendes gesundes Gewebe ein und zerstören es.

Die Prognosen für Grad IV Tumoren sind naturgemäß am schlechtesten. Leider sind diese auch die häufigsten bösartigen Hirntumoren.

In meinem persönlichen Fall habe ich Glück im Unglück. Ich leide an einem sogenannten Oligodendrogliom mit WHO Grad III. Das Tumorgewebe, das bei mir untersucht wurde, war in weiten Teilen noch gutartig (WHO Grad II). Stellenweise hat sich aber bereits eine Entartung zum WHO Grad III gezeigt. Der Tumor beginnt, in gesundes Gewebe einzuwachsen.

Eine Infiltration von gesundem Gewebe hat den Nachteil, dass in diesem Fall chirurgisch nichts mehr zu machen ist. Würde man das befallene Gewebe entfernen, wäre mit neurologischen Ausfälen zu rechnen. Ich wäre möglicherweise linksseitig gelähmt. Daher konnte bei der Operation auch nicht der ganze Tumor entfernt werden.

In so einem Fall bleiben nur noch Chemotherapie und Bestrahlung als Alternativen. Diese Beiden Behandlungsmethoden haben aber für sich jede ihre Nachteile und Nebenwirkungen.

Ich habe mich nun für die Chemotherapie entschieden. Davon später noch mehr. Ich habe bereits einige (negative) Erfahrungen mit der Chemotherapie gemacht...

29 September 2007

Pest oder Cholera?



Ich hatte letzten Mittwoch wieder einmal eine zweifelhafte Ehre: Ich durfte eine gratis Übernachtung im Bezirksklinikum Regensburg in Anspruch nehmen. Die Frage im Titel spielt auf die grundsätzlichen Alternativen an, vor die ich dabei gestellt war. Zuerst wieder einmal das übliche Spielchen, wenn man als Hirntumorpatient neu wohin kommt - Blut abnemhen.

Danach Zimmer zuweisen und erstmal auspacken. Ich hatte einen Zimmergenossen von der Ostesee. Ganz nett, aber einem Bayern halt diametral entgegengesetzt. Er selber war leider in keinem so guten Zustand - war schon etwas pflegebedürftig. Dabei hat sich sein 72 Jahre alter Vater rührend um ihn gekümmert. Der hat mir dann nebenbei immer irgendwelche Geschichten aus der Nachkriegszeit erzählt und von der Gegend aus der sie kommen. Daneben ein paar nette Witze und noch so einigen Smalltalk.

Nach einiger Wartezeit - warten ist überhaupt die Hauptbeschäftigung für Krankenhauspatienten - kamen dann auch gleich drei Ärzte zu mir, um mich grundlegend über meine weiteren Therapiemöglichkeiten auzuklären. Wie die Überschrift schon andeutet: ich hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera. Es gibt keine nebenwirkungsfreie Therapie gegen Tumore. Ich habe mich daraufhin für die Cholera entschieden - ich meine die eher unpopuläre Chemotherapie. Ich weiß nicht genau warum, vermutlich weil ich der Bestrahlung nicht ganz traue. Ich fürchte, dass die Bestrahlung irreversible Langzeitschäden verursachen für das Gehirn verursachen könnte. Bei der Chemotherapie geht es mir möglicherweise für ein Jahr schlecht, aber die Chancen stehen gut, dass das wieder vergeht. Zudem schädigt die Chemo das Gehirn nicht weiter.

So. Gesagt getan. Am 26.09. durfte ich also die Medikamente für die Chemotherapie mitnehmen, die ich seit dem auch brav einnehme. Ich habe einen festen, vorgegebenen Zyklus, nachdem ich das Zeug nehmen muss: 5 Tage Tabletten 23 Tage erholen. Die werde ich dann wohl auch brauchen. Mir geht es zwar den Umständen entsprechend gut, ich befinde mich aber auch quasi erst in der Aufwärmrunde. Die Dosis für die Zytostatika wird beim nächsten mal noch erhöht. Danach gibt es Mitte November nochmal eine Verlauskontrolle im Bezirkskrankenhaus Regensburg. Dort nochmal Magnetresonanztomografie und diverse Untersuchungen. Bis dahin wöchentliche Blutbildkontrollen. Die Chemotherapie-Medikamente haben nämlich den unangenehemen Nebeneffekt, dass sie das Blutbild verändern. Man erkauft sich den therapeutischen Effekt mit einer erhöhten Infektanfälligkeit. Übelkeit und Erbrechen sind auch nicht selten dabei. Dafür bekomme ich wieder Medikamente, die Kopschmerzen verursachen, was für Patienten mit Hirntumoren, auch suboptimal ist, sag ich jetzt mal so.

Also langer Rede kurzer Sinn: Ich lebe und es geht mir den Umständen entsprechend gut. Bei einem der nächsten Posts will ich mal ein Foto von meinem neuen Atelier posten, damit ihr sehen könnt, wo ich so meine Zeit verbringe. Eigentlich ist das ja einfach, ihr müsst nur den Fernseher einschalten und dann wisst ihr wie ich die meiste Zeit vetrödle. Verdammtes Ding! Wenn man daran nicht immer gleich so lange kleben bleiben würde. Ich fürchte übrigens auch, dass das Ding irreversible Gehirnschäden verursacht. Es macht faul und blöd. Ausser man schaut die Simpsons!

Das macht allerhöchstens bissig. In diesem Sinne. Tumor ist, wenn man trotzdem lacht!

PS: Das Bild zeigt meine Narbe auf dem Kopf und wie sie schon langsam wieder mit Haaren zuwächst. 19 Stiche hatte ich gezählt. Das war kein Sonntagsspaziergang. ;)

PPS: Für alle die, die es sich nach dem letzten Post nicht schon gefragt haben - die endgültige Diagnose für mein Dingens ist Oligodendrogliom WHO Grad III. Deswegen die Chemotherapie. Schlimmstenfalls muss danach noch bestrahlt werden oder eine andere Chemo-Variante versucht werden. Ich kämpfe! Ich habe nicht vor, schon mit 34 abzutreten.

07 September 2007

Hurra - ich durfte Heim!


Liebe Leute,

ich durfte heute endlich aus dem Klinikum Regensburg nach Hause fahren! Die Operation ist soweit ja ganz gut verlafen. Ich kann alles noch bewegen, so wie vorher. Ich habe auch keine Kraft verloren. Es scheint ganz gut überstanden zu sein.
Einmal muss ich noch für eine Nacht nach Regensburg, dann aber in ein anderes Klinikum...
Danach steht eventuell noch ene Chemo- und oder Strahlentherapie an. Das klärt sich aber erst nach dem endgültign Befund auf. Der steht leider noch immer nicht fest. Bisher weiß ich davon, ich hatte ein sogenanntes Oligodendrogliom nach WHO Grad II. Das ist noch gutartig. Es hat manchmal aber leider auch die Tendenz, sich zu verschlimmern. Dann kann eine Chemotherapie notwendig werden. Der Tumor, den ich hatte, war reltiv groß - ca. 6 cm - und den haben sie (fast) ganz weggeschnitten.
So wie es dabei aussieht, haben sie mir meinen vegetarischen Lebensstil auch mitweggeschnitten. Ich habe ziemlichen Hnger auf Fleisch in letzter Zeit. Hab schon einige Leberkäsesemmeln verdrückt seit ich im Klinikum war und einen Döner!

Als denne, ich meld mich wieder. Und noch eine Bitte: bitte nicht mehr im Klinikum in Rgensburg anrufen. Die Nummer hat jetzt jemand anderes. Der wird von mir nichts wissen (wollen). Wie ich von meinem Bettvorgänger auch keine Ahnung hatte.

Ich wünsch Euch was. Und Danke für die vielen aufmunternden Emails und SMS!

Oben noch ein Bildchen von meiner schönen Narbe auf dem Kopf und meiner Scheiße Frisur.